👉 Ist die Veranstaltung von morgen inklusiver?
Angetrieben von neuen gesellschaftlichen Erwartungen, wirtschaftlichen Notwendigkeiten und den Forderungen jedes Einzelnen ist Inklusion ein echter Leistungshebel für Veranstaltungsorganisatoren.
Inklusion, auch Inklusivität genannt, gehört zum sozialen Teil der CSR-Strategie eines Unternehmens, ist aber vor allem eine strategische Entscheidung. Die ergriffenen Maßnahmen sollen Diskriminierung verhindern, insbesondere aufgrund von Behinderung, Alter, sozialer oder kultureller Herkunft, Geschlecht, sexueller Orientierung, körperlicher Erscheinung oder sozialer Situation.
📈 Im Januar 2020 veröffentlichte die Beratungsgesellschaft Deloitte eine Studie mit folgenden Kennzahlen:
- Eine inklusive Unternehmenspolitik könnte pro Mitarbeiter bis zu 30 % mehr Umsatz generieren
- 80 % der Personalverantwortlichen und Führungskräfte sehen Vielfalt und Inklusion als Wettbewerbsvorteile
- 57 % der 18- bis 34-Jährigen sind der Meinung, dass ihr Unternehmen die Vielfalt und Inklusion am Arbeitsplatz erhöhen sollte
- 40 % der Führungskräfte und Personalverantwortlichen sind der Ansicht, dass die Geschäftsleitung der wichtigste Förderer von Vielfalt und Inklusion sein sollte
🌟 Denken Sie 2022 an inklusive Veranstaltungen!
Liebe EventProfs, Ihre Veranstaltungen sind das Schaufenster Ihres Unternehmens! Sie stehen für das Image und die Werte, die Sie Ihren Teilnehmern vermitteln möchten. Ihrer Inklusionsstrategie sollten Sie besondere Aufmerksamkeit schenken, ganz gleich, ob Ihre Events virtuell oder vor Ort stattfinden.
1. Warum ist Inklusion für Ihre Veranstaltung wichtig?
Möchten Sie, dass Ihre Veranstaltungen an Schärfe, Innovation und Engagement gewinnen? Inklusion ist vielleicht die Lösung, um ein positives Image zu vermitteln, Ihren Ruf zu verbessern und im Einklang mit den Werten zu stehen, die Ihr Publikum erwartet.
Wenn wir daran denken, die Inklusion von Veranstaltungen zu erhöhen, denken wir automatisch an die Zusammensetzung der Podien und konzentrieren uns fast ausschließlich auf die Herstellung eines Gleichgewichts zwischen den Geschlechtern. Das ist ein hervorragender erster Schritt. Aber viele andere Aspekte einer Veranstaltung können ebenfalls berücksichtigt werden. Mehr Vielfalt und Inklusion bei Ihren Veranstaltungen mag wie eine gewaltige Veränderung erscheinen, dabei reicht es, sich im Vorfeld ein wenig Gedanken zu machen.
🤔 Aber was ist eigentlich der Unterschied zwischen Vielfalt und Inklusion? Vielfalt ist die Repräsentation unterschiedlicher Profile. Kurz gesagt: Vielfalt ist eine Tatsache, Inklusion hingegen eine Entscheidung. Vielfalt bedeutet, sich mit unterschiedlichen Menschen zu umgeben. Inklusion bedeutet, mit unterschiedlichen Menschen zusammenzuarbeiten, ohne sie auf ihre Unterschiede aufmerksam zu machen. Es geht um die Entscheidung, eine Person in eine Gruppe einzubinden, in der sich jeder an seinem Platz fühlt. Dazu gehört unter anderem ein Zugehörigkeitsgefühl und ein guter Zusammenhalt zwischen den Teilnehmern.
🌟 Welcher Eventprofi möchte nicht die Erfahrung und Zufriedenheit seiner Teilnehmer verbessern? Stellen Sie sich eine Veranstaltung vor, bei der jeder ohne Unterschied dieselben Aktivitäten erlebt und genießt. Eine Veranstaltung, bei der sich jeder gehört und verstanden fühlt und bei der man sich dank eines Rednerpanels, das einen repräsentiert, leicht identifizieren kann. Dieser Ansatz ist ein Gewinn, zahlt sich aus und erfordert nur geringe finanzielle Investitionen. Neben der Zufriedenheit fördert er auch die Interaktivität, Innovation und Kreativität sowie die Bindung Ihrer Teilnehmer.
👉 Und warum nicht bei Ihrer nächsten Veranstaltung eine Sensibilisierungserfahrung zum Thema Behinderung anbieten? Machen Sie Ihren Mitarbeitern und Teilnehmern die Herausforderungen der Inklusion bewusst!
2. Die Checkliste "inklusive Veranstaltung"
Setzen Sie sich zunächst SMARTe Ziele (Spezifisch, Messbar, Attraktiv, Realistisch und Terminiert) und suchen Sie proaktiv nach Wegen, diese zu erreichen. Hier ist eine Liste hilfreicher Fragen, mit denen Sie herausfinden können, in welchen Bereichen die Inklusion Ihrer Veranstaltung verbessert werden sollte. ✅
Kommunikation
- Sind Ihre Website und Ihre Kommunikationsmittel für Menschen mit Behinderung zugänglich? Denken Sie daran, die Formate anzupassen und zu variieren (Bilder, Videos, Texte usw.)!
- Spiegeln Ihre Bilder und visuellen Inhalte die Erfahrungen einer vielfältigen Bevölkerung wider (ohne dabei bestehende Stereotype zu reproduzieren)?
- Sind die Unterlagen (Einladung, Print- oder Videomaterial usw.) ins Englische übersetzt?
Barrierefreiheit von Orten & Räumlichkeiten
- Ist der Veranstaltungsort vollständig barrierefrei für Menschen mit besonderen Mobilitätsbedürfnissen (z. B. reservierte Parkplätze für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, Aufzug, Rampe, automatische Türen, Türöffnungstaster, Türbreite)?
- Stimmen Beleuchtung und Akustik?
- Ist die Beschilderung für alle verständlich?
- Gibt es reservierte Plätze in der ersten Reihe für gehörlose oder hörgeschädigte Personen? Einen separaten Raum für besondere Bedürfnisse (Stillen, Ruhe usw.)? Oder auch barrierefreie Toiletten für Menschen mit eingeschränkter Mobilität?
Planung
- Haben Sie einen Verhaltenskodex eingeführt, der festlegt, welche Verhaltensweisen während der Veranstaltung nicht toleriert werden? Nutzen Sie die Gelegenheit, ihn auf der Website der Veranstaltung und auf dem verteilten Material (Flyer, Broschüre usw.) verfügbar und gut sichtbar zu machen!
- Bieten Sie unterschiedliche Ticketpreisklassen an? Berücksichtigen Sie die unterschiedliche Kaufkraft Ihrer Teilnehmer (warum nicht kostenlose oder vergünstigte Tickets für Menschen mit eingeschränkter Mobilität anbieten, um höhere Reisekosten auszugleichen)?
- Können Teilnehmer bei ihrer Anmeldung spezifische Anpassungen anfragen?
- Weisen die Namensschilder einen ausreichend hohen Kontrast und große Schrift auf?
- Akzeptieren Sie Assistenztiere?
- Haben Sie eine Dolmetscherin oder einen Dolmetscher vorgesehen?
- Können schwangere Frauen oder Menschen mit Behinderung in der Warteschlange bevorzugt behandelt werden?
- Fällt der Termin der Veranstaltung mit einem religiösen Feiertag zusammen, der für die Zielgruppen relevant ist?
- Wenn Mahlzeiten oder Getränke angeboten werden, werden Ernährungsweisen, Allergien und Ernährungseinschränkungen berücksichtigt? Biete ich alternative Speisen an? Gebe ich die Zutaten an?
- Ist Ihr Personal angemessen zu Inklusionsthemen geschult? Haben Sie es vorab über eine Null-Toleranz-Politik gegenüber sexistischen, rassistischen oder homophoben Äußerungen informiert?
- Gibt es Vielfalt bei der Auswahl der Referentinnen und Referenten sowie bei der Zusammensetzung von Podien und Diskussionsrunden?
- Sind die Redebeiträge bzw. Redezeiten gerecht verteilt?
- Ist die Moderatorin oder der Moderator ausreichend zu Fragen der Nichtdiskriminierung und des Respekts geschult, um bei Bedarf eingreifen zu können?
Auswertung
- Enthalten die Auswertungsbögen einen Abschnitt zur Inklusion der Veranstaltung?
- Ermöglichen die Auswertungsbögen, Eindrücke festzuhalten (z. B. über offene Fragen)?
👉 Mit Digitevent können Sie Ihre Teilnehmerliste und die erreichte Zielgruppe klar und präzise kennen und verwalten, aber auch Ihre eigenen Statistiken zu den Daten erstellen, die Sie analysieren möchten!
3. Das Beispiel der von der IUCN organisierten Veranstaltungen
Die Internationale Union für die Erhaltung der Natur in Frankreich (IUCN) ist ein Verband, der Experten und ein Netzwerk öffentlicher Einrichtungen rund um Fragen der Biodiversität für Unternehmen und Gebietskörperschaften vereint. In Übereinstimmung mit ihren Werten (Gleichheit, Inklusion, Integrität, ethisches Verhalten und Respekt vor der Vielfalt der Menschen) positioniert sich die Organisation als echter Akteur des Wandels für Inklusion, insbesondere bei der Frage der Geschlechtergleichheit. 🌟
Seit mehreren Jahren verfolgt sie bei all ihren Veranstaltungen eine Strategie zur Integration von Fragen der Geschlechtergleichheit:
„Alle Veranstaltungen der IUCN, einschließlich des Weltnaturschutzkongresses der IUCN, zielen darauf ab, Geschlechtergleichheit in ihrer Governance sowie in der aktiven und passiven Teilnahme zu erreichen. Oberstes Ziel der IUCN war es, aus dem Kongress eine professionelle, respektvolle, inklusive und belästigungsfreie Erfahrung für alle zu machen.“
👉 Neben dieser Strategie hat die IUCN auch eine Politik zur Bekämpfung von Belästigung eingeführt. Dabei folgt sie den Empfehlungen des „Leitfadens für eine geschlechtergerechte Versammlung“, der von International Gender Champions erstellt wurde. Als Gastgeberland des Kongresses hat auch die französische Regierung dieses Engagement geteilt und die Prozesse sowie die Überwachung der Geschlechtergerechtigkeit bei der Vorbereitung und Durchführung des Kongresses integriert.
Wenn die Veranstaltung die Organisation und ihre Werte perfekt widerspiegelt, ist das auch ein Zeichen von Konsistenz und Glaubwürdigkeit! 👍
Um ihre Ziele zu erreichen und einen umsetzbaren und konkreten Aktionsplan zu erstellen, hat die Organisation ein Dokument veröffentlicht, das ihre Strategie zur Integration von Fragen der Geschlechtergleichheit in 4 Teilen vorstellt: Ziel, Anwendbarkeit, strategische Ziele und Instrumente (vor der Veranstaltung, während der Veranstaltung, nach der Veranstaltung).
Die IUCN sendet damit eine starke Botschaft und positioniert sich als schönes Beispiel für Inklusion im Veranstaltungswesen, das für alle EventProfs zugänglich ist! ✅

4. Werten Sie Ihre Veranstaltungen auf und einen Sie sie mit den Labeln von AFNOR! ❇️
Das Label „Veranstaltung Gleichstellung von Frauen und Männern“ bestätigt, dass eine Veranstaltung unter Beachtung der Geschlechtergleichheit vorbereitet wurde und stattgefunden hat. Entwicklung von Sensibilisierungsmaßnahmen, Einrichtung eines Ansprechsystems, Bekämpfung von Geschlechterstereotypen, Aufbau von Brücken zu den Interessengruppen: Durch diese Zertifizierung werden verschiedene Lösungen zur Bekämpfung von Geschlechterungleichheit bereitgestellt. Das gemeinsam mit staatlichen Stellen für die Zertifizierung des G7-Gipfels entwickelte Label von AFNOR, dem führenden französischen Zertifizierungsunternehmen, richtet sich an alle Veranstaltungsorganisatoren: Festivals, Konzerte, Sportveranstaltungen oder jede andere Art von Veranstaltung.
Welche Verpflichtungen müssen erfüllt werden, um das Label zu erhalten?
- Eine Bestandsaufnahme und Risikoanalyse in Bezug auf die Gleichstellung von Frauen und Männern durchführen
- Das Engagement der Geschäftsleitung zur Bekämpfung von Ungleichheiten formalisieren, was eine klare Kommunikation dieses Engagements an die Teams sowie die Benennung einer Ansprechperson für dieses Thema umfasst
- Konkrete Maßnahmen zur Ermöglichung der Gleichstellung von Frauen und Männern umsetzen
- Die notwendigen Mittel bereitstellen, um die erwarteten Ergebnisse zu erzielen
- Ein Ansprechsystem einrichten und es den Teams mitteilen
- Intern sensibilisieren und kommunizieren, um Stereotype zu bekämpfen
- Nachweise für die Berücksichtigung der Gleichstellung erbringen
- Extern über Fragen der Gleichstellung von Frauen und Männern kommunizieren und sensibilisieren, sowohl im Rahmen der regionalen Verankerung als auch in den Beziehungen zu Lieferanten und lokalen Akteuren
- Ein System zur internen Bewertung und kontinuierlichen Verbesserung einrichten
- Vorbildliche Maßnahmen umsetzen
Das Label „Veranstaltung Gleichstellung von Frauen und Männern“ wertet die Qualität und Professionalität Ihrer Veranstaltung auf, stärkt das Vertrauen Ihrer institutionellen Partner und Geldgeber, strukturiert Ihre Veranstaltung, um sie verantwortungsvoller zu gestalten, und belegt zudem Ihre Legitimität, sich für die Gleichstellung von Frauen und Männern einzusetzen! 👨🎓 👩🎓
Es ist außerdem ein hervorragendes Mittel, um neue Talente für Ihr Unternehmen zu gewinnen und sich durch Ihr dynamisches Engagement für die Gleichstellung von Frauen und Männern von anderen Veranstaltungsorganisatoren abzuheben.
💪 Zwei weitere Labels für noch vorbildlichere und attraktivere Veranstaltungen!
1. Der Verband der Inklusionsunternehmen (Fédération des Entreprises d'Insertion) hat gemeinsam mit AFNOR im Februar 2020 das Label RSEi (Responsabilité Sociétale des Entreprises inclusives, gesellschaftliche Verantwortung inklusiver Unternehmen) geschaffen, das den Reifegrad Ihres Unternehmens in Bezug auf CSR-bezogene Inklusion bestätigt.
2. Die Kombination der AFNOR-Labels Vielfalt und berufliche Gleichstellung (es handelt sich um zwei separate Labels, die jedoch gemeinsam erworben werden können) ermöglicht es, all Ihre Verpflichtungen und praktischen Bedürfnisse im Bereich der Ungleichheitsprävention aufzuwerten.
Fazit
Es reicht nicht aus, den Trends rund um Inklusion zu folgen, es ist ebenso wichtig, die menschliche Seite von Veranstaltungen zu fördern. Einige internationale Initiativen liefern Inspiration: Zwei engagierte Britinnen, Gabrielle Austen Browne und Ashanti Bentil Dhue, haben ihre eigene Beratungs- und Strategie-Workshop-Agentur gegründet: Diversity Ally. Diese arbeitet mit der Eventbranche zusammen, um sie vielfältiger, gerechter und inklusiver zu machen.
Es gibt viele Chancen, von den Vorteilen der Inklusion zu profitieren. Dank zahlreicher Akteure, die versuchen, etwas zu bewegen und mit der Zeit zu gehen, ist es für alle Veranstaltungsorganisatoren nun möglich, ihren inklusiven Ansatz zu verbessern und ihren Teilnehmern solidarische und engagierte Veranstaltungen anzubieten, die zu ihnen passen! 🌟



